Ein Nasenspray, das Leben rettet: Bundesmodellprojekt „NALtrain“ startet am 1. Juli 2021

3. Juli 2021

Naloxon ist ein Opioid-Antagonist, der die atemlähmende Wirkung von Opioiden wie z.B. Heroin, Fentanyl und Methadon innerhalb weniger Minuten aufhebt und Leben rettet.

„Durch die Einführung eines Nasensprays im Jahr 2018 wurde die Grundlage geschaffen, dass das lebensrettende und einfach anwendbare Medikament verstärkt auch durch geschulte Laien wie z.B. Betroffene, Eltern und Angehörige sowie durch Mitarbeiter*innen der Drogen- und Aidshilfen eingesetzt werden kann, bis Rettungskräfte vor Ort sind“, erläutert Prof. Heino Stöver, Gesamtleiter des Projekts.

„Trotz der Einführung eines Naloxon-Nasensprays wird das Medikament bisher nur höchst selten verschrieben“, erläutert Dirk Schäffer, dem als Referent für Drogen und Strafvollzug der Deutschen Aidshilfe die fachliche Leitung obliegt. Dieses erste Bundesmodellprojekt soll in den nächsten drei Jahren den Grundstein dafür legen, dass Ärzt*innen das Medikament verordnen, Mitarbeiter*innen in Aids- und Drogenhilfen zu Trainer*innen ausgebildet werden und möglichst viele Opioidkonsument*innen und Substituierte dieses lebenswichtige Medikament mit sich führen und anwenden können.

Höchststand an Drogentodesfällen

Mit 1.581 Drogentodesfällen im Jahr 2020 verzeichnet Deutschland den höchsten Stand seit 20 Jahren. Hierbei machen Todesfälle, die in Verbindung mit Heroin und anderen Opioiden stehen, etwa 50 Prozent aus. „Mit der flächendeckenden Verbreitung eines Naloxon-Nasensprays sollte es möglich sein, diesen Anteil zu reduzieren“, so Christine Kluge Haberkorn, Geschäftsführerin von Akzept.

Die Verbundpartner*innen Akzept (Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik), Deutsche Aidshilfe und Institut für Suchtforschung Frankfurt als Projektträger verfolgen mit NALTrain das übergeordnete Ziel, dass das Thema Prävention von Drogentodesfällen ein fester Baustein in der Arbeit und Ausbildung aller in den Drogen- und Aidshilfen tätigen Mitarbeiter*innen wird.

Pressekontakt:

Projektleitung: Prof. H. Stöver, hstoever@fb4.fra-uas.de, mobil: 0162 133 45 33
Deutsche Aidshilfe: Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug, Dirk.Schaeffer@dah.aidshilfe.de, mobil: 01522 9938711